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H0-Anlage Baumgärtel - Teil 4

Erstellungsdatum: 04.11.2015 18:29

Autor: Thomas Kortschack

Es sind wieder mehr als zwei Monate vergangen und der eine oder andere wird sich sicherlich fragen, wie es mit der Anlage weitergegangen ist, nachdem im letzten Bericht die Servoweichenantriebe montiert und die Lichtsignalbausätze eingetroffen sind.

Nachdem von den 15 Viessmann Lichtsignalbausätzen zunächst 2 Ausfahrsignale und 1 Sperrsignal in Heimarbeit zusammengebaut wurden, war angedacht, dass bei den nächsten Signalen mehrere Vereinskollegen helfen. Es stellte sich dann doch heraus, dass für viele Kollegen der Zusammenbau zu schwierig ist.

Beim bereits erwähnten Zusammenbau der 2 Ausfahrsignale (4013A) funktionierte trotz sorgfältigem Zusammenbau nach Bauanleitung das zweite Signal nicht richtig. Genauer gesagt leuchtete der Begriff Sh1 nie (verbaut sind zwei SMD-LEDs). Das Signal wurde zerlegt und es stellte sich beim Durchmessen heraus, dass die beiden SMD-LEDs auf der Zusatzplatine falsch bestückt wurden (180 Grad verdreht).
Nachdem die Firma Viessmann schnell reagierte und uns eine neue Platine zugesendet hat, konnte das Signal letztendlich erfolgreich zusammengebaut werden. Bei einem Vergleich der alten und der neuen Platine konnte man anhand der grünen LED Markierung mit geschultem Auge erkennen, dass die LEDs verdreht sind.

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Deshalb als Tipp bei den Bausätzen: LED-Platine auf richtige Polarität überprüfen und erst danach einbauen.

Nach einem Meinungsaustausch mit den Vereinskollegen wurden die Lichtsignalbausätze gegen Aufpreis in Fertigmodelle ausgetauscht, zumal die Zeit langsam knapp wurde und zu diesem Zeitpunkt noch kein einziges Kabel unter der Anlage gezogen war. Am Ende erwieß sich der Austausch sogar als Glücksgriff. Während in den von uns gekauften Viessmann Bausätzen der Sperrsignale (4018A) gelbe LEDs bestückt waren, wurden bei den Fertigmodellen (4018) die weißen LEDs verwendet, was vorbildgerecht ist. Da die Signale mittlerweile auf der Anlage betriebsbereit sind, hier der direkte Vergleich:

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Auf dem Bergbahnhof war geplant, dass wir anders als beim Rest der Anlage zwei Formsignale aufstellen. Unser Vereinsmitglied Matthias Sperling hat sich glücklicherweise bereit erklärt die beiden Bausätze in Heimarbeit zusammenzubauen.
Zunächst wurde die Idee verfolgt durch ein Bohrloch im Trassenbrett das Signal zu fixieren und dann von unten den Servo zu montieren. Allerdings stellte sich schon bei Tests heraus, dass man einen sehr kleinen Stellweg braucht. Auch die Befestigung der Stellstange im Servohebel ist zu schwierig, um dies im eingebauten Zustand durchzuführen.
Deshalb wurde eine eigene Halterung konstruiert, die es ermöglicht das Signal inklusive des Servoantriebs durch einen entsprechend großen Ausschnitt von oben einzusetzen, um im Notfall die ganze Einheit austauschen zu können.

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Ein sehr wichtiges Thema im September war die Montage der Technik und deren Verkabelung unter der Anlage. Bei dieser Anlage haben wir einen neuen Weg eingeschlagen und setzen fast ausschließlich auf die relativ neue BiDiB-Hardware vom OpenDCC Projekt. Zum Einsatz kommt ein GBMboost Master (DCC-Zentrale, Booster, Rückmeldesystem, USB-Schnittstelle) und weitere Booster, sogenannte GBMboost Nodes.

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Anders als bei früheren Anlagen wird das Zubehör (Weichen, Signale, ...) nicht mehr über klassische DCC-Schaltdecoder angesprochen, sondern ebenfalls über BiDiB-Knoten. Der bidirektionale Bus erlaubt vereinfacht gesagt der Steuerungssoftware nicht nur das Senden von Befehlen an die jeweiligen Knoten, sondern auch den Empfang von Nachrichten in der Gegenrichtung. Im Fehlerfall können die Knoten unter der Anlage dies der Steuerungsssoftware mitteilen. Anders als bei den alten Konzepten über das Gleisprotokoll ist es durch das separate Buskabel relativ sicher, dass Befehle auch störungsfrei ankommen. Auch laufen über dieses Bussystem die Rückmeldungen/Gleisbesetztmeldungen.

Die Ansteuerung der Viessmann Lichtsignale erfolgt über LightControl-Knoten, die jeweils 32 Lichtausgänge zur Verfügung stellen, wobei keine Widerstände mehr nötig sind und die LEDs direkt an der LightControl angeschlossen werden können (vorausgesetzt die Lötjumper sind auf die 5V Option gesetzt). Natürlich schalten die Lichtsignale nicht einfach nur plump um, sondern hier wurden Überblendeffekte konfiguriert.

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Um den vielen Weichen Leben einzuhauchen werden die OneControl-Knoten eingesetzt, an denen u.a. bis zu 8 Servoantriebe angeschlossen werden können. Um eine Herzstückpolarisierung zu ermöglichen ist jeweils ein Herz8-Erweiterungsmodul mit entsprechenden Relais für die Umpolung angeschlossen. Es sind auch noch einige Schaltausgänge frei, die für spätere Gimmicks verwendet werden können. In diesem Zusammenhang wurden in den beiden Schattenbahnhöfen jeweils eine Beleuchtung mittels 12V LED-Streifen realisiert, die per Taster im PC-Gleisbild an- und ausgeschaltet werden können.

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Die Verkabelung zog sich über mehrere Wochen, wobei hunderte Meter 0,5mm² bzw. 1,5mm² Litzenkabel verlegt wurden. Um das zeitlich überhaupt zu schaffen haben Helmut und Thomas Kortschack in einer gemeinsamen Urlaubswoche täglich ca. 8-12 Stunden die Anlagenverkabelung in Angriff genommen und letztlich auch abgeschlossen. Da es sich um eine transportable Anlage mit 9 Modulen handelt, mussten natürlich auch bei den Modulübergängen entsprechende Steckverbindungen vorab eingeplant werden.

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Die erste Inbetriebnahme ist bereits erfolgt und es sieht soweit ganz gut aus. Allerdings muss man sagen, dass die o.g. BiDiB-Knoten entsprechend konfiguriert werden müssen, sodass diese überhaupt wissen, wie das jeweilige Zubehör angesteuert werden muss. Diese Konfiguration ist in den letzen Wochen erfolgt (Porteinstellungen, Makros, Accessories, ...).

Das Gleisbild ist ebenfalls schon in der Steuerungssoftware CARC gezeichnet und kann auch soweit schon bedient werden. Auch die ersten Loks sind schon gefahren. Die Nebenbahn, die von einem Hauptbahnhof über ein großes Viadukt zu einem Bergbahnhof führt, funktioniert reibungslos. Hier sind Züge im Pendelbetrieb unterwegs.

Anders sah es leider auf der Hauptstrecke aus. Prinzipiell ist auch dort schon alles eingestellt und auch ein paar Loks fahren auf den Abschnitten. In den Bereichen der beiden Schattenbahnhöfe (Wendeschleifen) sind Kehrschleifenmodule von Littfinski (KSM-SG-B) verbaut.

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Leider kam es beim Auffahren auf Sensorgleis A1/B1 bei einem KSM-SG manchmal zu einem Kurzschluss, wobei die Lok kurz stehen bleibt und die GBMboost einen Kurzschluss meldet, der jedoch wieder verschwindet und die Lok weiterfährt.
Das eine KSM-SG zeigt diesen Fehler bei beiden Anlagenteilen, mit dem anderen KSM-SG funktionieren diese hingegen fehlerfrei, wobei man somit einen Fehler in dem ersten KSM-SG vermuten könnte. Ein Reparaturauftrag brachte aber die Diagnose, das Kehrschleifenmodul ist "Ohne Fehler". Das mittlerweile zurückerhaltene Modul zeigte sofort nach Einbau wieder den gleichen Effekt. Notgedrungen haben wir ein KSM-SG-F nachbestellt und siehe da, es funktioniert. Was an dem zweiten KSM-SG-B schief läuft wissen wir nicht. Wir sind erstmal froh, dass jetzt beide Wendeschleifen funktionieren. Eventuell nehmen wir uns das defekte KSM-SG-B nach der Ausstellung nochmal zu Gemüte und versuchen die ICs einzeln auszutauschen.


Ein weiteres Problem trat ebenfalls bei der Inbetriebnahme der Hauptstrecke auf. Bei unserer älteren H0-Anlage "Bahnhof Kulmbach" haben wir das RocoLine Gleissystem eingesetzt, auf der langen Nebenbahn nach Thurnau hingegen Tillig Elite Gleis. Beide Gleissysteme haben gewisse Vor- und Nachteile, letztendlich haben wir uns bei der jetzigen Anlage für das Tillig Elite Gleissystem entschieden, weil wir bisher sowohl mit den einfachen schlanken Weichen und den Flexgleisen immer sehr zufrieden waren.

Bei dieser Anlage mussten wir platzbedingt jedoch viele Bogenweichen einsetzen. Viele Loks (egal ob Roco, Fleischmann, Piko, ...) entgleisen beim Auffahren auf solch ein Weichenfeld. Es gibt dafür sicherlich mehrere Gründe, wie in Internetforen zu lesen, letztlich sind die Weichenzungen ein Grund. Bei den einfachen Weichen sind die Weichenzungen sehr spitz zulaufend. Liegen diese an der Backenschiene an, so gibt es fast keine Kante. Das ist bei den aktuellen Tillig Bogenweichen anders. Auch wenn die Weichenzungen mit dem 0.8mm² Federstahldraht (H0fine Servoantrieb) fest an die Backenschiene gedrückt werden und sauber anliegen, ist eine deutliche Kante sichtbar.

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Diverse Loks mit einfachem Drehgestell bzw. auch Dampfloks mit Vorlaufachse entgleisen beim Auffahren. Bei der o.g. Anlage "Bahnhof Kulmbach" haben wir fast ähnliche Weichenkonstellationen in den Schattenbahnhofsbereichen, jedoch entgleisen dort auf den RocoLine Bogenweichen diese Loks nicht. Wir haben deshalb angefangen bei vielen Tillig Bogenweichen die Weichenzungen per Dremel anzuschleifen, sodass Zunge und Backenschiene möglichst keine Kante mehr bilden und der Spurkranz einer Lok bzw. eines Wagens die Spur hält. Die Situation hat sich dadurch verbessert. Ein paar Weichen auf der Anlage müssen wir noch behandeln, die leider teils in den unterirdischen Schattenbahnhöfen liegen. Wir haben wegen dieser Probleme jetzt extra Luken eingebaut, um jederzeit an die Weichen zu kommen.

Da die Anlage bis Ende November 2015 in unserer Ausstellung gezeigt werden soll, hoffen wir natürlich, dass wir die übrigen Probleme in den nächsten Tagen noch lösen können.